Bezirksorganisation Melk

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Ärztemangel droht

„Wenn die Politik nicht rasch handelt, droht ein massiver Ärztemangel vor allem bei den Hausärzten – dieses Problem haben wir in der gestrigen Sondersitzung des Parlaments aufgezeigt. Insgesamt 200.000 Menschen in Österreich haben keinen praktischen Arzt in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung. Und das Problem wird nicht kleiner: In den nächsten zehn Jahren wird die Hälfte der niedergelassenen Ärzte in Pension gehen. Das gilt auch für die knapp 800 niederösterreichischen Allgemeinmediziner. Schon jetzt fehlt in manchen Gemeinden ein Hausarzt oder es dauert Monate, bis eine Stelle nachbesetzt werden kann“, erklärt Nationalratsabgeordnete Renate Gruber.

Besonders die Nachbesetzung von frei werdenden Kassenstellen für Allgemeinmedizin sei in vielen Gemeinden problematisch; denn für viele junge Mediziner ist die Tätigkeit als Hausarzt momentan kaum attraktiv. „Wir Sozialdemokraten haben schon vor Jahren versucht, dem mit attraktiveren Modellen wie zB durch die Einführung von Gruppenpraxen oder Hausarztzentren entgegenzusteuern. Diese funktionieren auch gut – allerdings müsste die schwarz-blaue Regierung jetzt in diese Richtung weiterarbeiten. Aber es passiert nichts; die FPÖ-Gesundheitsministerin ist damit beschäftigt, die Sozialversicherung zu zerstören und die Gesundheit zu privatisieren, anstatt sich um die Sorgen der PatientenInnen zu kümmern. Die Folge: Die Krankenkassen werden zerschlagen, um 48 neue Posten für schwarz-blaue Funktionäre zu schaffen, die den Versicherten über 7 Mio. Euro kosten. Um dieses Geld könnte man 35 Hausarzt-Stellen finanzieren.“

Die SPÖ hat jedenfalls Rezepte gegen den Ärztemangel: So muss die Ausbildung praxisnäher und der Beruf des Hausarztes attraktiver werden. Etwa indem man die Gründung von Arztpraxen fördert und die Ärzte von Bürokratie entlastet. Auch die Gründungen von so genannten Primärversorgungseinheiten müssen stärker unterstützt werden. „Früher gehörte ein Hausarzt, ein Wirtshaus, ein Nahversorger und ein Postamt zur Grundausstattung fast jeder Gemeinde – davon sind wir mittlerweile weit entfernt. Wir brauchen eine Trendwende, damit wir bei den Hausärzten nicht in eine gefährliche Versorgungslücke schlittern“, meint Renate Gruber abschließend.

 

Bild: Simonis/Parlament: Nationalratsabgeordnete Bürgermeisterin Renate Gruber